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Wellness-Hotels – Wohlfühlen nur für die Kunden?

Vier Wochen vor Weihnachten steigt für viele wieder der Druck, ein geeignetes Geschenk zu finden. Hoch im Kurs stehen seit einigen Jahren Kurztrips in Wellnesshotels, um zumindest für ein paar Tage den Körper zu entspannen, die Seele baumeln zu lassen und erholt an den Arbeitsplatz zurückzukehren. In den zurückliegenden Jahren haben sich die Anbieter mit zum Teil immer exotischeren Angeboten übertrumpft, sehr zur Freude der Kunden. Mittlerweile findet so ziemlich jeder Erholungsuchende das auf seine Bedürfnisse zugeschnittene Angebot.

Und die Mitarbeiter?

Dass sich die Gäste wohlfühlen, ist die oberste Maxime der Hoteliers. Diesem Ziel wird vieles untergeordnet.
Doch wie sieht eigentlich die andere Seite der Wellnesshotellerie aus? Ist eine berufliche Tätigkeit zur Sicherung des Wohlfühlens der Kunden ebenfalls mit Möglichkeiten zum Wohlfühlen gegeben oder artet dieser Job in Stress aus? Viele Unternehmen wurden bereits vom Deutschen Wellnessverband unabhängig unter die Lupe genommen und nach festgelegten Qualitätskriterien begutachtet. Laut Angabe auf der Webseite des Deutschen Wellnessverbands werden vor Vergabe des Deutschen Wellness Zertifikats je nach angestrebtem Zertifikat zwischen 600 und 1500 Prüfkriterien eingesetzt, um die Qualitätskriterien zu erfüllen. Zu den Qualitätskriterien zählen neben den von außen, sprich von den Kunden, wahrgenommenen Leistungen auch Anforderungen an die Mitarbeiter. Diese müssen im gesamten Hotellerie- und Wellnessbereich fachlich kompetent geschult sein und über Servicebewusstsein verfügen.
Jedoch besteht auch in diesen Prüfkriterien keinerlei Anforderung, dass sich die Hotelleitung nicht nur gegenüber den Gästen, sondern auch gegenüber den Mitarbeitern, verpflichten sollte, eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen. Diese Haltung wäre nur die konsequente Weiterführung der oft kommunizierten eigenen Philosophie.
 
„Entweder wir finden einen Weg, oder wir machen einen.”
Hannibal, Feldherr
 

Ausnahmen in der Wirtschaft

Interessanterweise gibt es in der Wirtschaft strahlende Ausnahmen. Unternehmen aus komplett anderen Bereichen nehmen bei der Berücksichtigung der körperlichen Belastung der Mitarbeiter eine Vorreiterrolle ein. Unternehmen wie Adidas, Deloitte oder Daimler nehmen das Wohlbefinden der Mitarbeiter sehr ernst und schaffen Strukturen oder initiieren Maßnahmen zur Steigerung der betrieblichen Gesundheit. Die beiden Internetgiganten Facebook und Google sind mittlerweile durch ihren unorthodoxen Ansatz der Verzahnung von Arbeit und Freizeit, u.a. durch die zur Verfügung gestellten Fitness- und Erholungsangebote, zu den begehrtesten Arbeitgebern aufgestiegen.

Wirkung der Wohlfühlmaßnahmen

Es muss nicht immer der firmeneigene Golfparcours oder das exklusive Spa für die Mitarbeiter sein. Oft helfen kleine Maßnahmen, den Wohlfühlfaktor bei den Mitarbeitern zu steigern. Adidas hat es mit einer Arztpraxis und physiotherapeutischer Betreuung der Mitarbeiter geschafft, die Fehlzeiten auf ca. 40 % des Branchendurchschnitts zu senken. Dafür wurde das Unternehmen als Englands gesündeste Firma 2015 ausgezeichnet (http://www.telegraph.co.uk/ sponsored/business/britains-healthiest-company/). Daneben bemüht sich die Firma um Aufklärung über die Folgen von Überarbeitung und Stress.
Positive Nebeneffekte bei der Berücksichtigung der Belastung der Mitarbeiter sind beispielsweise auch eine höhere Motivation und Leistungsfähigkeit. Somit profitiert das Unternehmen direkt davon. Die monetären Effekte für das Unternehmen sind schwierig zu beziffern. Arianna Huffington beschreibt in ihrem Buch „Thrive“ eindrucksvoll, wie Erfolg in der heutigen Arbeitswelt neu definiert werden kann. Sie führt eine „dritte Messgröße“ gleichberechtigt neben den traditionellen Werten Geld und Macht ein: Wohlgefühl. Auf dieser Basis lassen sich beispielsweise Top-Manager, die zwar im traditionellen Sinn hinsichtlich Gehalt und Verantwortung erfolgreich sind, als weniger erfolgreich bezeichnen, wenn sie sich in ihrem Job aus gesundheitlichen Gründen etwa, nicht wohlfühlen. Oft stehen Manager bereits in solchen Situationen vor Burn-Out und Co., ignorieren aber die Signale ihres Körpers und machen trotzdem weiter. Dramatische Fälle wie bei BMW-Chef Harald Krüger ließen sich damit vielleicht verhindern.
 
„Veränderungen müssen von der Unternehmensspitze nicht nur angestoßen werden, sie müssen dort auch beginnen.”
William Wiggenhorn, Amerikanischer Manager/CLO Motorola University

Lösungsmöglichkeiten

Für viele kleine und mittlere Unternehmen, die auf diesen Ansatz umschwenken möchten, stellt sich die Frage, wie solche Maßnahmen bezahlt werden können. Als eine Möglichkeit, die mit überschaubaren Kosten verbunden ist, bietet sich für diese Unternehmensgrößen eine Dienstleistung an, die in den letzten Jahren weltweit immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. Die Beeinflussung des Informationsfelds einer Firma erlaubt es, im feinstofflichen Bereich die Arbeitsatmosphäre zu beeinflussen. Die energetische Unternehmensberatung ist für diese Zwecke in Deutschland allerdings noch ziemlich unbekannt. Eine gute Zusammenfassung bietet eine Infografik von der Unternehmensberatung Acht Zeichen. Andere Maßnahmen umfassen eine veränderte Kommunikation von oberster Ebene bis zur letzten Mitarbeiterebene oder die Schaffung von Verständnis für die Aufgaben der Kollegen. In jedem Fall wird eine veränderte Atmosphäre im Unternehmen sich positiv auf die Produktivität und die Wahrnehmung des Unternehmens von außen (Kunden, Lieferanten, Investoren, etc.) auswirken.